Moto Guzzi Freunde Grönland n.e.V. (und ein Ducatifahrer) (datt schwazze Schoof)

Zurück zum 1.Teil

Marokko 2008  3. Teil

5.4. Samstag, Tinghir

Ich bin um 7:00 aufgestanden, habe gepackt und getankt und finde auch direkt die richtige Straße, 500m hinter der Post, an der Apotheke links, die auf die Piste zum Tizi ´n Tazazert und weiter nach N´kob führt. Die Straße endet aber in der Neuerschließung eines Baugebietes und man muss 100m zurück, dann 2x rechts und da isse schon. Ich erkenne die Piste gar nicht mehr wieder - erst auf der Passhöhe, wo eine Österreichische 4x4 Sozia sich aufregt, als ich mit der Camera in der Hand um einen Felsen herumkomme, während sie da gerade mit ihrem Riesen-Weißen Hintern pinkelt. Ja - Marokko ist einsam - aber Ö-Frau hat es nicht für sich alleine.
Hinter dem Pass verdunkelt sich der Himmel mit Sand und die Piste fordert vollen Einsatz - hatte ich auch nicht so in Erinnerung - sind wir doch 2003 hier mit den dicken GS-sen gefahren?
In N´kob fahre ich Esel links und merke es erst in Tazzarine, wo ein Auflauf der dicken ex US Tankwagen ist, die die Teilnehmer der "Maraton du Sable" - Rallye versorgen - die mir die ganze Zeit blankgewienert eher wie ein Familien - Piknikausflug aussehend, entgegenkamen.
Zurück und dann Richtung Agdz, dafür Sandsturm von vorne und dann (hier geht es dann links) ins Oued du Draa Richtung Zagora. Nach ein paar Km am Straßenrand in einer Rechtskurve ein Schild Motos la ferche - watt immer datt sein soll - ich war kaputt und bog ab - und siehe da - ich wurde freundlich empfangen und durch einen Garten von Tamararisken und Rhododendren auf eine Terasse hoch über dem Oued du Draa geführt. Ich war so überwältigt von der schönen Aussicht, dass ich vergaß mir etwas zu bestellen. Die schöne Tochter vom Wirt brachte mich dann auf wiiiederum andere Gedanken - zu essen bekam ich dann doch, Tagine, mit wirklich Fleisch drin. In dieser Stunde legte sich auch der Wind und die Sonne kam raus. Ich beschloss noch weiterzufahren, und fand unserem Palmen - Camping von 2003 wieder. Ich wurde auch von der Familie wiedererkannt. Ich bezog die Lehmhütte und besuchte noch Bremer WoMo Fahrer - die mich wohl für verrückt hielten. Solange die Menschheit mich für verrückt hält, weiss ich, dass mit mir alles in Ordnung ist und gehe jetzt schlafen.

 
 
 
 
 

Zwischen Tizi 'n Tazazert und N'kob

 
 
 
 
 

Hinter N'kob auf der Weiterfahrt nach Zagora im Oued Draa

 
 
 


6.4. Sonntag, Zagora

Ich habe mich dann doch entschlossen (ich brauche ja keinen fragen), heute in den Lac Iriki zu fahren und zwar über die Piste in Tagounite an der Tankstelle und nicht über den MX - Zirkus M´hamid. Leider war der Abschied auf dem Camping Oued Draa etwas ernüchternd. Cheffe stand nicht auf und Frühstück war auch nicht drin, erst Motor starten förderte jemand zutage. Duschen ging auch nicht, und so fand ich Meckern bei seiner Preisvorstellung von 100 DH angebracht. Schade, 2003 waren wir so begeistert von diesem Platz.

 
 Mein "Privatcampingplatz" hier waren wir schon 2003, aber leider ist es nicht mehr so gut
 
 
 

An dieser Stelle muss bei jedem Reisebericht der Wegweiser von Zagora kommen. Ich habe auf meinen Reisen schon mehrere davon in Zagora kennengelernt, deswegen habe ich diesmal keinen gesucht. Hier ein geklautes Bild, für die, die darauf nicht verzichten können  :-)


Leider war die Luft immer noch gelb aber der Wind war schwach. Als ich dann an die Kreuzung kam, wo sich die Pisten von Tagounite und M´hamid vereinigen wurde die Piste sandiger und der Wind so stark, dass ich zeitweise den DR Motor nicht mehr hörte. Das war kein Vergnügen. Teilweise war die Sicht 50 - 100 m, zu wenig.

 
 
 

Oben die zwei Bilder zeigen Akazien mit ihren gefährlichen Dornen. Diese sind noch nicht einmal besonders lang. Auf dem oberen Bild sieht man, dass ich in respektvollem Abstand von dem Baum meine DR geparkt habe. Das würde ich auch jedem empfehlen, der nicht gerne Reifen flickt. Selbst beim Besuch des Schattens zu Fuß, unter einer Akazie, habe ich mir einen ca. 40 mm langen Dorn durch den Absatz meines Cross Stiefels getreten! 

 
 
 

Hier kann man das Unheil schon kommen sehen, in Form der gelben Luft. Da, wo dieses Tal in die Ebene des Lac Iriqi mündet, fing es an zu stürmen. Folglich gibt es keine Bilder mehr. In meinem Filmvortrag gibt es ein paar kurze Videos vom Sturm, aber die SLR Kamera lässt man besser im Rucksack.


Ich hoffte nur, dass die Oase Oum Lallag die Möglichkeit bot, zum übernachten. Bei ca. Km 64 tauchte sie dann in den gelben Schwaden auf wie beschrieben von Erika Därr, jedoch sauber und aufgeräumt. Der Grund dafür tauchte kurze Zeit später auf. Alma, eine Schweiz/Italienerin, das fanden wir heraus, nachdem wegen mir die Kommunikation von französisch auf Englisch wechselte und sie meinte, wir könnten auch deutsch reden. Alma hatte Zeit, weil keine Touristen mehr kamen und erklärte mir das ganze Oasenprojekt, über das ich separat berichten werde. Für die Nacht kann ich ein ganzes Nomadenzelt alleine beziehen. Alles, auch die Zelte, hatte eine mm dicke Sandschicht.
Selten hat Duschen so gut getan, wie hier in dieser Umgebung. Abends legt sich der Wind und ich wagte es den Fotoapparat auszupacken. Die Quelle ist wirklich warm und voller Frösche und man glaubt es kaum - auch kleine Fische schwimmen darin.
Später am Abend ärgern sich die Nomaden über einen Schweizer, der sie vor ein paar Tagen angeheuert hatte, der behauptete, von Timbouktou bis Ouarzazate zu Fuß gewandert zu sein. Die Nomaden fühlten sich in ihrer Ehre verletzt, weil, wenn das stimmt, sehen sie wie dumme Jungs aus. Sie erklärten mir sehr einleuchtend, dass das, was der Schweizer behauptete nicht stimmen könne.
Erschöpft vom Sandsturm bezog ich mein Nomadenzelt hörte noch eine zeitlang Schakale heulen und schlief wie ein Stein.

 
 
 
 
 

. . . wahrlich eine Bilderbuchoase. Hier die warme Quelle, die alles am Leben erhält und ca. 50 Nomadenfamilien am Leben hält. Über das Projekt der Oase mache ich noch einen extra Bericht.

Unten ein junges Dromedar, welches Akaziendornen frisst. Dromedare können das, sie haben deswegen eine geteilte Oberlippe, so dass sie die Dornen nur mit den Zähnen berühren

 
 
 
 
 



7.4. Montag, Oum Lallag

Um 7:00 war ich auf und machte mich reisefertig. Der Wind war schwächer, trotzdem warnten mich die Nomaden davor, zum Dayet Chgaga hinunterzufahren, sie sagten, der Wind sei dort immer stärker und ich könnte keine Spuren mehr sehen. Also fuhr ich die recht steinige Hauptpiste, am Wasserrturm rechts. Das ging eine Weile gut, bis der Lac begann, was man am harten, steinlosen Lehm - Untergrund erkennen kann. Hier pfiff der Wind wider wie gestern. Ohne GPS hätte ich nicht mehr gewusst wohin. Die Spuren sind hier sowieso schwach zu erkennen und gehen in alle Richtungen. Nach dem Ausstieg aus dem Lac und beim Militärposten war es dann besser. Allerdings auf der Rüttelpiste tut Seitenwind manchmal nicht gut und man gerät seitwärts oder in der Mitte ins lose Geröll. Bei einer der Nomadenschulen stellte ich fest, dass eine Packtasche fehlte - na schön, dann eben zurück. Such mal einer ´ne schwarze Ortlieb Packtasche in einer Wüste von schwarzen Steinen. Ich habe bestimmt 5x angehalten - und es war jedes Mal ein Stein. Bei Km 18 rückwärts hatte ich das Drecksding endlich. So brachte ich es auf eine Gesamtstrecke von knapp 200 Km bis Foum Zguid in Sicht kam.

 
 
 
 
 

Von oben nach unten, Weiterfahrt von der Oase aus, dann eine Nomadenschule, beim nächsten Halt müsste eigentlich der Dayet Chgaga zusehen sein - aber die Nomaden hatten Recht - ich solle da bei diesem Wetter nicht hinfahren.

 
 
 
 
 

Dort gönnte ich mir am großen Platz, wo die Busse halten ein opulentes Mittagessen. Das anschließende Tanken dauerte ewig, weil infolge des Sturms die Drähte zwischen den Strommasten durch Berührung immer Kurzschlüsse verursachten und dann die Pumpe nicht lief.
Die Weiterfahrt nach Tata verlief auch im Blindflug mit spektakulären Schlenkern durch die Sanddünen auf der Straße, die sich nicht von den wehenden Schwaden unterscheiden ließen. In Tata nahm ich das erstschlechteste "Hotel Sahara" - was für ein Dreckstall - Heute war es mir egal, hat auch nur 30 DH gekostet.

8.4. Dienstag, Tata

Die Weiterfahrt war dann eine Entschädiging für das Hotel und den Sandsturm. Ohne nochmal zu tanken fuhr ich bis Ait Herbil die N 12 durch. Auf der ganze Strecke begegneten mir vielleicht 3 Autos und 2 Busse.
Die Tankstelle, von einem Sahraui betrieben ist abenteuerlich. Es stehen nur Fragmente von Zapfsäulen dort. Aus einem Schuppen holt er eine Kurbel und schwengelt damit einen 5 l Kanister voll. Mit einem Riesen Trichter wird der dann in den Tank gekippt. Er freute sich wie ein Kind, als bei viermaliger Prozedur der ACERBIS Tank voll war, es fehlte kein Tropfen und es hätte auch keiner mehr reingepasst (Fazit: Foum Zguid - Ait Herbil ca. 350 Km bei teilweise derbem Gegenwind 20 l -immer noch gut).
Die Tazizaout Piste (wie sie die einheimischen nennen) über Igmir finde ich ein Highlight von Marokko. Nach ein paar Km neuer Teerstraße fängt eine breite Schottertrasse an, mit schon betonierten Oueds (Teerstraße in Vorbereitung). Danach geht es gut fahrbar hauptsächlich im Flussbett weiter. Die Schlucht wird immer enger. Die Palmen stehen bei zwei Dörfern (Zmogun und Igmir) so dicht, dass es darunter dunkel ist. Ab Igmir steigt die Piste (teilweise Beton) mit abenteuerlicher Steigung (besser nicht rückwärts und nach rechts sehen) in Korkenzieher Serpentinen an. Oben stößt man nach ca. 35 Km auf eine große Straße, links steht Agadir und rechts Tafraout, ich also rechts. Je näher man Tafraout kommt, umso fotogener wird die Landschaft. Hier sieht es aus, als hätten Riesen mit den Bergen gespielt, und danach nicht aufgeräumt. In Tafraout treffe ich einen Verkäufer aus einem Berbershop, den ich vom letzten Mal noch kenne. Er schickt mich zu Ritchie, einem Waschechten Passauer, der eine Fahrradvermietung mid dem Maison Vacance betreibt. Die Zimmer sind erste Sahne - das pure Gegenteil von vorher. Ich nehme das Zimmer mit Dachterrasse für 200 DH und die DR darf in den Fahrradladen. Mit Ritchie fachsimpele ich über meine vordere Stahlflex Bremsleitung, die bei der Wellblech Schüttelei etwas zur Bremsscheibe abgesackt ist und nun hat der Sand auf zwei cm den Stahlmantel wegpoliert. Wir meinen beide, dass der Mantel nicht zur Druckfestigkeit dient und wollen am nächsten Morgen wieder einen Schutzmantel anbringen. Gegenüber esse ich supergut zu Abend, kostet aber auch das 3 Gang - Menü 90 DH. Danach muss ich natürlich die Berbershop Orgie über mich ergehen lassen. Mit meinem Totschlageargument, dass ich schon vor all den Jungs (1971) in Marokko war und die ganze Bude zu Hause voll Marokko ist, schaffe ich den Abend ohne etwas zu kaufen, puuuh. 

 
 
 
 
 

Das ist doch mal ein schöner Anblick, nach dem ganzen Sturm und Staub. Die Mädels hielten mich einfach an und wir tauschten dann MP3 Musik vom Handy aus. Sie haben dann auch noch gesungen und getanzt, das durfte ich aber dann nicht aufnehmen.

 
 
 
 
 

Bei Ait Herbil bog ich dann von der großen Straße des Südens nach Norden ab, in dieses schöne Tal, Richtung Igmir

 
 
 
 
 

Nach Ait Herbil, Igmir ging es Richtung Tafraoute. Hier sollte ich das schönste Zimmer meiner Reise bekommen - bei Richie aus Passau. . . .

 
 
 



9.4. Mittwoch, Tafraoute

Ich habe mich heute Morgen entschieden, die Ehrenrunde über Mirleft bleiben zu lassen und bin Richtung Taroudant Tizi ´n Test gefahren, auch, weil der staubige Wind noch immer nicht aufgehört hat. Leider kamen zu der gelben Luft dann auch noch Wolken. Bei der Auf- und Abfahrt zum Pass fegten gemeine Böen um die Ecken. Ein Leipziger Schnarchsack mit Wohnklo mit kaputten Stoßdämpfern, drückte mich beim Überholen fast an den Abgrund. Ein führ ihn wohl hoffnungsloses Unternehmen - wird es doch weiter oben noch viel enger für ihn und was, wenn er bei der Abfahrt Gegenverkehr hat und dann selbst auf der Kante fahren muss. . .
In Talat Yakoub, 800 m abseits der Straße kündigt ein Schild eine Gite an. Die Zimmer mit HP liegen schön im Garten und sind ok eine warme Dusche gibt es auch. Mit Abendessen und Frühstück und Familenanschluß kostet es 130 DH. Bei Belegung mit mehr als einer Person ist es bestimmt noch billiger. Hier ist es:
N 30` 59.221
W 008`10.947
Auf 1263 m
Hier kann man es sich ein paar Stunden gemütlich machen und im Garten sitzen. 

 
 
 
 
 

Das hätte ich ja nicht gedacht, schon fast auf der Rückfahrt musste ich hier auf dieser aufgegebenen Piste aufgeben und umkehren. Das ist vielleicht für den Sonntagsnachmittags Leicht- Enduro Ausflug geeignet - aber nach 20 Km solcher Strecke über 2.500 m und alleine, aber mit vollem Gepäck, war mir das zu hart :-(

 
 
 



10.4. Donnerstag, Talat Yakoub

Vor der Abfahrt unterhielt ich mich mit meinem Herbergsvater, er ist Lehrer für Mathematik am örtlichen Gymnasium. Er beklagte die schlechte Qualität des Bildungssystems infolge der mangelhaften Ausstattung der Schulen.
Es war wolkig und kalt, kurz vor Tahanaoute fing es auch noch an zu regnen, so hatte ich nicht so viel von dem wunderschönen Tal und strich auch die Gorges de Moulay Brahim.
In Tahanaoute bog ich rechts ab auf die Piste zum Tizi ´n Tagatout. Die Piste ist gut zu fahren, stellenweise sind tiefe Spurrillen im harten Lehm. Auf der Passhöhe zweigt an einem gemauerten Wegweiser ein Trail rechts ab nach Oukaimeden. Der Trail begrüßte mich direkt mit großen Steinen. Das Wasser hatte stellenweise meterhohes Geröll aufgetürmt, darin waren auch noch Furchen in denen das ganze Motorrad verschwindet, das ließ ich mir ja noch gefallen aber kurz vor der Paßhöhe bei 2550m waren die Steine dann so dicht und so groß, das ich mich alleine nicht weitertraute. Selbst das Wenden verursachte Muffensausen. Ich fuhr dann brav die Piste weiter nach Ait Lekak, die dort auf eine Teerstraße stößt. Rechts geht eine Teerstraße in den Wintersportort Oukaimeden ca. 2700 m. Ohne Schnee ist der Ort hässlich, zu allem Überfluss soll man an einer Schranke auch noch 10 DH Eintritt bezahlen. Der Schrankenwärter erzählte mir, dass es auch eine Verbindungspiste nach Imlil geben soll - das wäre interessant - aber nicht für dieses Mal.
Also fuhr ich wider das Ourikatal hinunter und verpasste leider die Verbindungsstraße in Dar Caid Ouriki und musste so über Marrakech nach Demnate fahren (so´n Scheiß).
Kurz hinter Demnate ist der Flecken Imi n Ifri, mit einer Naturbrücke. Sehr sehenswert, besonders, wenn man den kleinen Fußmarsch hinunter auf sich nimmt. Ein paar hundert Meter weiter gibt es die nette, saubere
Imi n Ifri Gite, mit Mehrbettzimmern und wirklich heißen Duschen. Hier traf ich drei ungefähr gleichaltrige Moppädtfahrer aus Marseille, sie hatten noch großes vor, besonders im SO, wie z.B. Taouz - M´hamid - keiner von Ihnen hatte Erfahrung. Eine GS, eine Transe und eine Dominator, alle dick bepackt. Ich riet ihnen davon ab, was sie mir glaubten und etwas betrübt waren.


11.4. Freitag, Imi n Ifri
Die drei und ich machten dann einen Fußmarsch hinunter zu der riesigen Naturbrücke. Leider fing es an zu regnen, was die Kletterei über die riesigen Steine im Flussbett zu einer Rutschpartie machte. Aber der beschwerliche Weg lohnte sich. Die Höhle, die der Fluss durch den Sandsteinfelsen gebohrt hat ist schon sehr beeindruckend. Die drei aus Marseille hielten sich nicht auf mit Fotografieren und waren weit vor mir nur noch in Ameisengröße zu erkennen. Ungefähr auf der Mitte des Weges hat das Licht am anderen Ende der Höhle genau die Umrisse von Afrika. Ich wusste sofort, dass dieses Foto das Intro für meine diesjährige Multi Media Show sein wird. . . .
Auf dem Rückweg wurde ich richtig durch nass, packte alles ein und fuhr Richtung Cascades de Ouzoud los. Die Piste war infolge des Regens saumäßig zu fahren und so hatte ich keine Lust mehr zu den Wasserfällen zu fahren. Also fuhr ich die Straße weiter, nach Azilal, wo zwar der Regen aufhörte, aber dafür die Temperatur in den Keller sank. Dort bog ich ab, auf die neue Straße nach Ait Mhammed. Ca 40 Km hinter dem Ort, auf dem Berg gibt es eine Steinkasbah mit seltsam geformten Torbögen, dort baute ich mit kalten Händen mein Zelt auf, mittlerweile war die Temperatur auf ca. 2000 Höhenmetern unter null Grad gesunken. Ohne mich noch mit Essen oder Trinken aufzuhalten kroch ich in meine Dackelgarage.

 
 
 
 
 

Das ist das natürliche Tor von Imni 'n Ifri. Das Wasser hat sich hier einen Weg durch den Berg gegraben. Um sich die Größenverhältnisse klar zu machen kann man auf dem unteren Bild unter der Bildmitte einen Menschen erkennen.

Wenn man weiter hinabsteigt hat das Tor die Umrisse von Afrika - deswegen habe ich dieses Bild als Intro für meinen Film verwendet.

 
 
 


Am nächsten Morgen war es seltsam ruhig und dunkel. Als ich das Zelt aufmachte, fiel mir Schnee entgegen, aber die Sonne stieg auf. Also fuhr ich weiter Richtung Tizi ´n Illisi 2650 m – wenn das mal gut geht – aber wer fährt schon gerne zurück. Kurz vor der Passhöhe zog ein Gewitter auf, es fing an zu stürmen und zu schneien. Die Piste musste wohl teilweise aus dicken Steinen bestehen, die ich unter dem Schnee nicht sehen konnte und so unangekündigt mein Moped zum Springen brachten. Teilweise bekam ich doch richtiges Muffensausen und zweifelte daran, hier heute noch heil herauszukommen. Endlich kamen die Umrisse des Rochers la Cathédrale in Sicht, den ich noch nie ganz und ohne schlechtes Wetter gesehen habe. Ich wollte jetzt einfach nur noch aus den Bergen raus und unterließ auch einen Besuch bei meinen Freunden in Tilougguite in der Gite d Etape und fuhr durch, bis Kasbah Tadla und weiter nach Oued Zem, wo ich mir ein Quartier suchte und sofort unter die heiße Dusche ging. Nach dem Duschen legte ich mich hin und schlief bis zum nächsten Morgen durch.

 
 
 

Der Stausee von Bin el Ouidane




 12.4. Samstag, Oued Zem

Irgendwie kam ich nicht in die Gänge, bedauerte mich selbst und hatte wohl auch etwas Fieber. Bis Mittags hing ich unentschlossen rum und raffte mich dann auf, indem ich beschloss auf einfachster und schnellster Strecke nach Norden zu fahren (Rommani, Rabat, dann Autobahn). Ich fuhr soweit ich konnte und baute an der Autobahn auf einer verlassenen Raststätte im Dunkeln mein Zelt auf. Dort schlief ich tief und fest, stand früh auf und fuhr los, mit dem festen Willen, heute noch Marokko zu verlassen. In Erwartung einer Tankstelle bei ca. Km 440 stotterte die DR und ging kurze Zeit später ganz aus. Ich untersuchte den Spritstand im Tank – da war noch was, dann ließ ich etwas Sprit aus der Schwimmerkammer ab (leider zu wenig, wie sich später herausstellte) da war auch noch was und (ich Esel) schloß deswegen Spritmangel aus und arbeitete mein weiteres Repertoire, Zündfunken, Kerzen, Stecker usw. durch – zum Schluss saß ich dann ratlos auf der Leitplanke und keine Sau kam vorbei, grrrr.
Irgendwann geriet ich dann doch noch mal an die Schwimmerkammer Ablassschraube – ließ sie diesmal etwas länger geöffnet – und siehe da – DR entschuldige 1000 Mal, nix lief mehr, also Ende mit Sprit, obwohl im Tank noch genug rumschwappte.
Da fiel mir auch ein, dass im DR 650 Forum mal einer gepostet hatte, dass genau das passieren kann und dass der Tank, der ja gar nicht für die SE gedacht ist hier viel steiler steht, infolgedessen der Sprithahn nicht an der tiefsten Stelle. . . .
Plötzlich näherte sich ein Sprinter mit gelbem Blinklicht und ein netter Junger uniformierter stieg aus und fragte mich, warum ich hier stehe. Ich sagte ihm, dass ich keinen Essence mehr hätte und er rief mit meinem Mobile den Maghreb ADAC an und verabschiedete sich. Ich saß und saß, kein Maghreb ADAC – da kam er wieder mit seinem Blinklicht, rief noch einmal an und schimpfte rum. Ich verstand soviel wie „Der Hilfsdienst hat keine Lust für einen Motorradfahrer rauszukommen“. Um es abzukürzen, er erzählte mir, er sei auch Motorradfahrer und würde mir verbotenerweise jetzt Sprit holen, müsse aber (dem Drecksack vom Hilfsdienst) 150 DH an den Abschlepper bezahlen, damit der ihn nicht anschwärzt. Also rückte ich 200 DH raus, in der Hoffnung keinen Mist gemacht zu haben – es war kein Mist – nach noch nicht mal einer Stunde kam das gelbe Blinklicht wieder und meine 5l Sprit. Nordine, so hieß er sagte, wenn ich noch mal nach Marokko käme, dann würde er mit mir fahren mit seiner R6 – in die SAHARA – ich sagte ihm „Ich komme wieder“, aber er müsse sich ein anderes Moped kaufen.
Drei Tage später war ich zu Hause – und ich komme wieder – ganz bestimmt


zurück zum ersten Teil         zurück zum zweiten Teil